Schimmelanlyse

Die Zusammenhänge zwischen Wandtemperaturen, Luftfeuchte, Beheizen eines Zimmer und dem Lüftungsverhalten des Bewohners ist auf der einen Seite einfach, im Detail jedoch auch sehr komplex. Warum in der einen Wohnung sich Schimmel bildet und in der anderen nicht, lässt sich manchmal nur mit aufwendigen Messungen erklären.
Hierfür steht Ihnen unser Fachwissen und unsere Technik jederzeit zur Verfügung.

(Auschnitt aus einer Schimmelanalyse)

2.3.2 h-x-Diagramm



2.4 Trocknungspotential durch Außenluft


2.4.1 Messauswertung:

Trocknungspotential durch Außenluft: Vorhanden

Der absolute Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft liegt mit 4,3 g/kg um 3,3 g/kg höher als derjenige der Außenluft. Nach einer komplette Durchlüftung des Raumes mit Außenluft und einer anschließenden Wiedererwärmung der Raumluft auf die gemessene Temperatur würde die relative Feuchte im Raum auf 7% absinken. Hierdurch entsteht z.B. Potential zur Entfeuchtung von Wänden.

2.4.2 Schematische Darstellung




2.5 Empfehlungen zum Lüftungsverhalten


Obwohl die relative Feuchtigkeit an der Oberfläche keine Schimmelbildung unterstützt, besteht dennoch Potential zu einer weiteren Abfuhr von Feuchtigkeit nach außen. Existieren z.B. bereits feuchte Stellen, so kann durch Lüftung deren Entfeuchtung verbessert werden. Führen Sie dazu mehrmals täglich eine Stoßlüftung durch, d.h. öffnen Sie wenn möglich Fenster auf gegenüberliegenden Seiten des Gebäudes für einige Minuten um die Raumluft komplett auszutauschen. Schließen Sie anschließend die Fenster wieder. Durch das kurze, aber intensive Durchlüften des Raumes bleibt die in den Raumoberflächen gespeicherte Wärme erhalten, so dass nur die ausgetauschte Raumluft wieder erwärmt werden muss.

Bitte beachten Sie, dass eine Entfeuchtung nur dann möglich ist, wenn die Raumlufttemperatur nach dem Lüftungsvorgang wieder auf ihren ursprünglichen Wert ansteigt.

Von einem länger geöffneten oder dauerhaft gekippten Fenster ist abzuraten, da sich dadurch die an den Raum angrenzenden Oberflächen abkühlen und von Heizungssystem wieder aufgewärmt werden müssen. Je nach Lufttemperaturunterschied zwischen innen und außen kann bei einem gekippten Fenster die Oberflächentemperatur in der Nähe des Fensters auf einen Wert absinken, der evtl. sogar das Wachstum von Schimmelpilzen begünstigt.


2.6 Hinweise zur Messung und Bewertung

Die oben gegebenen Beurteilungen und Empfehlungen beziehen sich nur auf eine mögliche Kondensation von Feuchtigkeit aus der Raumluft an der Oberfläche. Eine erhöhte Feuchte an einer Bauteiloberfläche kann aber auch in baulichen Mängeln oder Besonderheiten begründet sein.

Beispiele hierfür sind:

Aufsteigende (Boden-)Feuchte innerhalb des Bauteils aufgrund nicht ordnungsgemäßer Abdichtung (z.B. aus nassem Erdreich, Grundwasser, Sickergruben, Regenwasserableitung und ähnlichem);
Beschädigungen (z.B. Risse) im Außenputz und nicht korrekt ausgeführte Fugen innerhalb des Mauerwerks;
Wandbohrungen (z.B. für Haken zur Befestigung von Dachrinnen, Antennendurchführungen und ähnliches) durch die von außen Feuchtigkeit (z.B. Regenwasser) ins Bauteil eindringen kann (der Ort der Durchführung und der Ort der Schimmelbildung müssen dabei nicht unbedingt übereinstimmen, je nachdem wie die Feuchtigkeit sich im Bauteil ausbreitet kann);
unsachgemäßer Einbau von Fenstern (Wassereintritt durch Fugen zwischen Mauerwerk und Fenster);
defekte Rohrleitungen (Wasser / Heizung) innerhalb des Bauteils (ein nur minimaler, dafür aber stetiger Wasseraustritt reicht oftmals zur Durchfeuchtung aus);
regelmäßig auf eine Oberfläche treffendes Spritzwasser, z.B. vom Duschen oder Baden;
und weiteres.

Bei Feuchteproblemen bzw. Schimmelbildung an einer Oberfläche sollten deshalb grundsätzlich (ggf. durch Bausachverständige) auch mögliche andere Feuchtequellen als die Raumluft (bzw. falsches Lüften) in Betracht gezogen werden.